Meraner Weinbautag 2017

In Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau fand am Mittwoch, 1. Februar 2017 in der Kellerei Meran Burggräfler in Marling der traditionelle Meraner Weinbautag mit anschließender Weinverkostung statt.

Eröffnet wurde die Tagung durch Josef Ladurner vom Bezirksausschuss des Südtiroler Beratungsrings, der sich über die zahlreichen Anwesenden und Interessenten sehr freute.

Herr Andreas Kraus, Amtsdirektor vom Amt für Obst- und Weinbau,
informierte die Anwesenden über die Neuerungen im Bereich der Pflanzgenehmigungen und Pflanzregelung im Weinbau, da ab 2016 die neue Weinmarktordnung in Kraft getreten ist. Somit musste das vormals gängige System der käuflichen und verkäuflichen Pflanzrechte auf das neue System der Pflanzgenehmigungen umgestellt werden.

Die Genehmigung von Neupflanzungen wird ausschließlich von Amtsseite vergeben. Die genaue Fläche für Neupflanzungen wird dem Land Südtirol von Jahr zu Jahr vom Staat zugewiesen (für die Kampagne 2017 stehen 54 ha zur Verfügung). Wenn die Anträge die verfügbare Fläche übertreffen, dann hat das – wie es bereits 2016 der Fall war – eine anteilsmäßige Kürzung der beantragten Flächen zur Folge.

Die Ansuchen können vom 15.02.2017 bis 15.03.2017 direkt beim Amt für Obst- und Weinbau gestellt werden. Neu ist, dass 2017 landwirtschaftliche Betriebe in der Größenordnung von 0,5 bis 3 ha bei der Zuweisung bevorzugt werden, wenn sie zumindest einen Erwerbsweinbau im Betriebsbogen eingetragen haben.

Herr Thomas Weitgruber vom Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau berichtete über neue Schutznetzsysteme im Weinbau und erläuterte dessen Einsatzmöglichkeiten, die richtige Handhabung, sowie Vor- und Nachteile einer solchen Investition.

Zusätzlich informierte Herr Weitgruber auch über den möglichen Einsatz von engmaschigen Insektennetzen, z.B. als zusätzliche Hilfe zur Bekämpfung der Kirschessigfliege. Des Weiteren wurden erste Erkenntnisse von Versuchsprojekten zum Thema Netzsysteme, die der Südtiroler Beratungsring gemeinsam mit dem Land- und Forstwirtschaftlichen Versuchszentrum Laimburg durchführt, aufgezeigt.

Nach einer kurzen Pause referierte Herr Paul Hafner vom Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau zum Thema „Gewürztraminer im Burggrafenamt“. Der aromatische und autochthone Weißwein hat in den letzten Jahren vor allem auf dem italienischen Markt an Beliebtheit zugenommen und hat zu einem stetigen Verkaufszuwachs geführt.

Eine Analyse hat ergeben, dass die Rebsorte Gewürztraminer in Südtirol zu einer der wichtigsten geworden ist. Mit 578 ha nimmt diese Sorte 10,6% der Südtiroler Weinbaufläche ein – einen höheren Anteil an Gewürztraminer gibt es lediglich im Elsass.

Eine vom Südt. Beratungsring durchgeführte Analyse zeigt, dass im Burggrafenamt mehrere Flächen für den Anbau dieser Sorte geeignet wären und der gegenwärtige Gewürztraminer-Flächenanteil mit 6,4% Fläche (23,2 ha) im Meraner Raum deutlich unter dem Landesschnitt liegt. Durch die richtige Standortauswahl, durch gezielte Maßnahmen zur Ertragssicherung und durch die Optimierung der Anbaufaktoren dürfte einer moderaten Ausweitung des Gewürztraminer-Anbaus im Burggrafenamt nichts im Wege stehen.

Im Anschluss informierte Herr Werner Waldboth vom Konsortium Südtiroler Wein die Anwesenden über das Thema der Lagenabgrenzungen im Südtiroler Weinbau. Das Konsortium hat vor rund 2 Jahren dieses Projekt in die Wege geleitet. Dabei geht es um die Möglichkeit der Abgrenzung relevanter Weinbaulagen durch eine entsprechende Bezeichnung und Eintragung in die Erzeugungsvorschriften. Diese Lagenabgrenzung ist DOC-Weinen vorbehalten, wobei nur bestehende historische Riednamen als Bezeichnung verwendet werden können. Außerdem sollte die Lage klimatisch und geologisch homogen sein und es müssen entsprechende Rebsorten festgelegt werden. Mit der Abgrenzung gehen auch eine entsprechende Ertragsreduzierung zur Qualitätssteigerung einher, sowie die gesetzlich vorgesehene Einhaltung der Flächenausdehnung mit genauer Erfassung im Ernteregister und in der Produktionsmeldung.

Nach der Fachtagung wurden in angenehmer und geselliger Runde noch einige besondere Weine der Kellerei Meran Burggräfler verkostet.

Im Bild ganz oben:
Gruppenfoto Organisatoren und Referenten “Meraner Weinbautag 2017”, v.l.n.r
Obmann der Kellerei Meran Burggräfler Kaspar Platzer, Bereichsleiter Weinbau Südt. Beratungsring Hansjörg Hafner, Berater Burggrafenamt Südt. Beratungsring Thomas Weitgruber, Amtsdirektor Amt für Obst u. Weinbau Andreas Kraus, Berater Südt. Beratungsring Paul Hafner, Kellermeister der Kellerei Meran Burggräfler Stefan Kapfinger.

 

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