„Arche des Geschmacks“ auf der Grüne Woche


sloqwf_2Berlin – Erstmals wird das Projekt "Arche des Geschmacks" von Slow Food beispielhaft auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentiert. Auf Einladung des Bundeslandwirtschaftsministeriums werden in Halle 23a Produkte aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und dem Schwarzwald vorgestellt und an einer "Langen Tafel" – ein Slow-Food-Merkmal – verkostet. Die Veranstaltung findet am 23. Januar von 17.30 bis 19.30 Uhr statt. Mit dabei auf der Bühne: Hansi Jochmann, als Haushälterin in der TV-Serie "Pfarrer Braun" populär geworden. Sie kocht selber gerne und ist Mitglied bei Slow Food.

Zunächst wird eine Suppe vom Teltower Rübchen gereicht, einer Rarität, die nur noch von einem Vollerwerbsbauern angebaut wird. Dann stellen die Bio-Züchterin Conny Schmidt aus Plattenburg und Metzger Harald Prüfer aus Perleberg einen neuen Kandidaten für die Arche des Geschmacks vor: Knieperkohl mit Kohlwurst aus der Prignitz. Die Gäste können dann abstimmen, ob diese Zubereitung schützenswert ist.


In der nächsten Runde bereitet Karl Hodapp, Küchenchef im "Rebstock" Waldulm, Ochsenbäckchen vom Hinterwälder Rind vor, einer bedrohten Rasse aus dem Schwarzwald. "Essen um zu retten", lautet das Motto von Slow Food. Das gilt auch für die Beilage: Knödel vom Grünkern. Dazu wird der "Klingelberger" verkostet, eine wieder entdeckte Riesling-Tradition aus Durbach in der Ortenau. Zehn Winzer haben mit Slow Food Qualitätsstandards entwickelt, und einer von ihnen, Winfried Köninger, wird den Wein zusammen mit dem früheren Landrat und regionalen Slow-Food-Leiter Klaus Brodbeck vorstellen.

Schließlich gibt es eine absolute Käserarität: den Würchwitzer Milbenkäse. Nur noch in einem Dorf bei Zeitz wird die aus dem Mittelalter stammende Tradition gepflegt, Magermilchkäse durch Käsemilben reifen zu lassen. Helmut Pöschel, der sich schon zu DDR-Zeiten für den Erhalt dieser Überlieferung einsetzte, wird ihn vorstellen. Außerdem kommen auf dem Podium als Experten zu Wort: Die Ernährungswissenschaftlerin Professor Gudrun Kammasch (Berlin) und der Tierarzt Dr. Rupert Ebener (Ingolstadt).


 

Slow Food

– ist eine weltweite Vereinigung von bewussten Genießern und mündigen
Konsumenten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Kultur des Essens und
Trinkens zu pflegen und lebendig zu halten.
– fördert eine verantwortliche
Landwirtschaft und Fischerei, eine artgerechte Viehzucht, das traditionelle
Lebensmittelhandwerk und die Bewahrung der regionalen Geschmacksvielfalt.

bringt Produzenten, Händler und Verbraucher miteinander in Kontakt, vermittelt
Wissen über die Qualität von Nahrungsmitteln und macht so den Ernährungsmarkt
transparent.
– ist eine Non-Profit-Organisation
– hat in weit über 100
Ländern rund 90.000 Mitglieder, davon 10.000 in
Deutschland.

slowfood.de