Blütenernte


kruterernte

Heil- und Gewürzpflanzen gehören in Aromaschutzpackung
Zurzeit blühen Korn- und Ringelblumen, Malve, Goldmelisse und viele andere heimische Kräuter. Deshalb herrscht in den 10 Betrieben, welche die Heil- und Gewürzpflanzen anbauen, die das Zeichen „Qualität Südtirol“ tragen dürfen, geschäftiges Treiben. Die Blütenernte muss eingeholt werden. Die Südtiroler Kräuteranbauer achten besonders auf den richtigen Erntezeitpunkt und eine schonende Verarbeitung der Pflanzen. „Um eine hervorragende Qualität zu erhalten, ernten wir die Kräuter von Hand.

Im Bild: Ernte der Südtiroler Heil- und Gewürzpflanzen. Quelle: Blickle, EOS.

 


Die Blüten werden abgezupft und die Blätter, z.B. von Melisse, Brennnessel oder Spitzwegerich, werden mit einem Messer oder einer Sichel abgeschnitten. Es ist wichtig bei der Ernte den balsamischen Zeitpunkt einzuhalten. Das ist der Zeitpunkt, an dem die verschiedenen Pflanzenteile die höchstmögliche Konzentration an Wirkstoffen enthalten. Bei Blüten wäre dies zur Mittagszeit. Geerntet wird nur bei schönem Wetter, wenn es trocken ist, da sich auch dies auf den Gehalt der Wirkstoffe auswirkt“, erklärt Brigitte Niederkofler von Bergila im Pustertal. Die Heil- und Gewürzpflanzen sind sehr sensible Lebensmittel. Wirk- und Aromastoffe können sich bei falscher Lagerung leicht verflüchtigen. Deshalb sind für die Heil- und Gewürzpflanzen mit Qualitätszeichen Aromaschutzpackungen vorgeschrieben.


Konsument soll auf Aromaschutzpackung bestehen
Die Südtiroler Heil- und Gewürzpflanzen zeichnen sich durch ein besonders intensives Aroma und kräftige Blütenfarben aus. In Zellophan verpackte Kräuter verlieren aber durch Lichteinwirkung in kürzester Zeit ihre Wirkstoffe und die Blütenfarben bleichen aus. Der Konsument, der lange etwas von Zitronen- und Goldmelisse, Pfefferminze, Malve, Thymian, Ringel- und Kornblume haben möchte, sollte auf eine Lichtschutzverpackung bestehen. Für die hohe Qualität der Südtiroler Heil- und Gewürzpflanzen sorgen die Bestimmungen des Pflichtenhefts, die alle Betriebe, welche das Zeichen „Qualität Südtirol“ verwenden, erfüllen müssen. Die Kräutergärten müssen fernab von Ballungsgebieten und großen Verkehrsadern, auf einer Höhe von mindestens 500 m.ü.d.M. liegen. Die Heil- und Gewürzpflanzen müssen aus ökologischem oder integriertem Anbau sein. Ihre Erntemenge darf 250 kg frische Kräuter pro 1.000 m² nicht überschreiten. Die Kräuteranbauer verarbeiten Blüten, Blätter, Samen und Wurzeln. Die Pflanzenteile werden in Entfeuchtungs- oder Warmluftanlagen schonend getrocknet, damit ihre Wirkstoffe erhalten Bleiben. Kräuterprodukte mit dem Qualitätszeichen dürfen nur als Fertigprodukt in Aromaschutzpackungen verkauft werden. Diese sind völlig naturbelassen, Zusatzstoffe wie Säuerungsmittel oder Aromastoffe werden nicht verwendet. Auskunft über die richtige Lagerung und Verwendung der Heil- und Gewürzpflanzen geben die Kräuteranbauer. Diese sind heuer am 15. August mit eigenen Ständen auf der Strudelmeile unter den Bozner Lauben vertreten.