Jungbauern neue Zukunftsperspektiven geben


002_jungbauern_zukunftsaussichten_gebenLandesleitungssitzung der Südtiroler Bauernjugend mit EU Parlamentarier Herbert Dorfmann – Förderung der Junglandwirte eines der Kernthemen des Treffens.
EU Parlamentarier Herbert Dorfmann war zu Gast bei der Sommersitzung der Landesleitung der Südtiroler Bauernjugend auf der Schönrastalm. Aktuelle Themen der EU-Agrarpolitik und die Förderung der Junglandwirtwirte auf EU-Ebene standen im Mittelpunkt des Treffens.

„Der ländliche Raum ist der EU auch künftig ein großes Anliegen. In diesem Zusammenhang spielt die junge Landwirtschaft eine zentrale Rolle und muss stärker gefördert werden“, stellt Herbert Dorfmann klar.
Demnach ist sich
Dorfmann auch sicher, dass in der für Südtirols Milch- und Bergbauern
wichtigen zweiten Säule der EU-Förderung, nämlich die Subventionierung
der ländlichen Entwicklung, keine Kürzungen im EU Haushalt vorgenommen
werden. Der Rotstift wird vor allem in der ersten Säule, bei den
klassischen Flächenprämien, angesetzt werden. Dorfmann sieht dennoch für
Südtirol Chancen sich aus der ersten Säule finanzielle Mittel zu
sichern, vor allem was die Förderung der Junglandwirte betrifft. Dazu
haben er und Elisabeth Köstinger einen EU-Antrag eingereicht, dass die
Politik zur Kenntnis nehmen muss, dass das System der
Junglandwirteförderung auf EU-Ebene nicht funktioniert hat und hier neue
Möglichkeiten für Europas Jungbauern geschaffen werden müssen. „Wir
müssen schauen unseren Jungbauern neue Zukunftsperspektiven zu geben,
damit die Höfe auch weitergeführt werden“, sagt Dorfmann. Davon ist auch
die Südtiroler Bauernjugend überzeugt: „Die Höfe werden zunehmend
später übergeben. Diesen Trend gilt es durch neue Maßnahmen, auch auf EU
Ebene entgegen zu wirken. Hier wollen wir als Südtiroler Bauernjugend
mitarbeiten und unsere Vorschläge einbringen“, erklärt Hannes Dosser,
Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend.

Die Agrarpreise werden
ansteigen


„Die Agrarpreise werden
künftig steigen“, auch davon ist Dorfmann überzeugt. Vor allem der
Umstand, dass einige Staaten ihren Schwerpunkt nicht mehr auf die Selbstversorgung
legen, sondern vermehrt Lebensmittel am freien Markt kaufen sorgt dafür,
dass die Nachfrage steigt. China ist ein schnell wachsender Markt, der
diesen Umstand begünstigt. Großen Schwankungen bei den Agrarpreisen
will die Union auch in Zukunft entgegenwirken. „Denn eines unserer
Ziele ist es, den Bauern stabile Preise zu garantieren“, sagt Dorfmann.
Zum anderen ist der EU-Parlamentarier überzeugt, dass die Landwirtschaft
in Zukunft verstärkt eine Rolle als Energieversorger einnehmen wird.
Größter Nutzer davon wird der Ackerbau sein.

„Es muss klar drauf
stehen was drinnen ist“

Dorfmann berichtet auch,
dass das EU-Parlament kürzlich die neue Lebensmittelkennzeichnungsverordnung
angenommen hat. Demnach müssen in Zukunft auf jeder Verpackung die
Nährwerte angegeben werden. Auch die Südtiroler Bauernjugend, der
die landwirtschaftlichen Produkte sehr am Herzen liegen, freut sich
über diese neue Verordnung. „Das ist ein positiver Schritt hin zur
Förderung gesunder Qualitätsprodukte. Der Konsument kann die Produkte
miteinander vergleichen und hochwertige Produkte auf Anhieb erkennen“,
sagt Christine Tschurtschenthaler, Landesleiterin der Südtiroler Bauernjugend.

„Das Auge isst mit“

Seit 2011 dürfen aufgrund
einer EU Norm in Italien keine Nylontaschen mehr produziert, vertrieben,
verkauft und benutzt werden. An ihre Stelle sind biologisch abbaubare
Tüten im Einsatz. „Damit soll auch zu umweltbewussterem Einkauf aufgerufen
werden. Was allerdings die Verpackung der Produkte betrifft so isst
das Auge mit“, sagt Dorfmann. Demnach kauft der Konsument jenes Produkt,
das am schönsten verpackt ist. Zudem hat sich das Einkaufsverhalten
der Familien geändert. „Keine Familie kauft mehr ein Kilo Butter.
Kleine Portionen sind gefragt. Demnach wird auch mehr Verpackungsmaterial
eingesetzt. Hier einzugreifen ist schwierig“, so Dorfmann. 

Bildtext Über Anliegen
der Jugend diskutiert: Gespannt verfolgten die Landesleitungsmitglieder
den Ausführungen von EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann.