Österreich-Export nach Deutschland legt um 11% zu


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(lifepr) Berlin – Der gesamte österreichische Agrarexport verzeichnet von 2007 auf 2008 ein Plus von 10%. Das bedeutet erstmals eine Annäherung an die 8 Mrd.-Grenze. Mit einem Zuwachs von 11% gestaltet sich der Export nach Deutschland diesmal wieder hervorragend. Besonders Rind- und Schweinefleisch aus Österreich gehören zu den "Export-Klassikern".

Die Hälfte des österreichischen Käse-Exportes geht mittlerweile zu den deutschen Nachbarn. Besonders prächtig gestaltet sich auch der Export in die neuen EU-Staaten. Ungarn "überholt" sogar Slowenien und die USA. Im Osten bleiben Fleisch und Käse wertmäßig die wichtigsten Segmente. Aber auch der Obstbereich lässt aufhorchen. Mit einem Exportplus von 70% werden hier die Ausgangsverhältnisse sogar umgekehrt. Diese Zahlen der Statistik Austria sind auf Basis der ersten 3 Quartale für das gesamte Jahr 2008 (vorsichtig) hoch gerechnet.

I. AGRARISCHER AUßENHANDEL: ALLE LÄNDER

Export steigt stärker als Import

Österreich hat im Jahr 2008 Agrarprodukte im Wert von fast 8 Mrd. EURO (genau EURO 7,98 Mrd.) exportiert und konnte damit auf sehr hohem Niveau weitere 10% zulegen. Auf der anderen Seite ist auch der Import nach Österreich gestiegen, allerdings nur um 7,7% und erreichte einen Wert von EURO 8,34 Mrd. Diesem Importzuwachs im Wert steht allerdings ein Rückgang in der Menge gegenüber. Insgesamt deutet dieser Umstand darauf hin, dass im Durchschnitt zu höheren Preisen importiert als exportiert wurde. Auch der Durchschnittspreis pro kg spiegelt das klar wider. (Chart 1)


Österreichisches Rind wird zum "Klassiker", Schwein immer mehr gefragt

Der "Eroberungsfeldzug" von österreichischem Rindfleisch in die Welt ist ungebremst. Seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 hat sich der Exportwert nahezu verdreifacht und liegt jetzt bei 333 Mio. EURO. Allein von 2007 auf 2008 ist ein Anstieg von 23% zu verzeichnen. Rund 93.000 Tonnen gingen von Österreich in die Welt, rund 23.000 kamen aus der Welt zu uns. Österreichisches Rindfleisch verfügt international über einen ausgezeichneten Ruf. (Chart 2) Zudem war und ist Österreich traditionell Schweinefleischexportland, aber auch Importland. Mit einem Plus von mehr als 11% stieg der Exportwert im Jahr 2008 auf 358 Mio. EURO. Die österreichischen Produzenten erzielten auch einen höheren Kilopreis als die Importware. (Chart 3)

Käse, Wurst und Obst weiterhin im starken "Aufwind"

– Österreich exportiert bei Käse in Menge und Wert weiterhin mehr als es importiert. Dem Exportwert von 369 Mio. Euro steht ein Importwert von 335 Mio. EURO gegenüber. 88.000 Tonnen Exportmenge treten gegen 86.000 Tonnen Importmenge an. (Chart 4)
– Wurst, Speck und andere Fleischzubereitungen im Wert von 281 Mio. Euro verließen 2008 Österreich. Dieser Wert hat sich seit dem EU-Beitritt mehr als versechsfacht. (Chart 5)
– Besonders erfolgsverwöhnt zeigt sich diesmal auch wieder der Obstsektor. Ein Plus von 25% bringt den heimischen Obstbauern Exporteinnahmen von immerhin 198 Mio. Euro. (Chart 6)

II. AUßENHANDEL ÖSTERREICH – DEUTSCHLAND

Österreich – Deutschland: Die kulinarische Liebe lebt!

Rund ein Drittel des gesamten österreichischen Agrarexportes geht nach Deutschland. Damit können unsere Nachbarn ihre vorherrschende Stellung als wichtigster Agrarhandelspartner Österreichs weiterhin eindrucksvoll behaupten. (Chart 7) Die Deutschen beziehen vorzugsweise Milch & Milchprodukte aus Österreich (17% des Gesamtwertes), gefolgt von Getränken (15%) sowie mit je 10% am Gesamtanteil zubereitetes Obst & Gemüse sowie Getreide (Chart 8). Die Österreicher wiederum beziehen in erster Linie Fleisch und Fleischprodukte sowie Getreide (jeweils 12% am Gesamtanteil), gefolgt von Milch & Milchprodukten (11%). (Chart 9)

Mit einem Exportplus von 11% schlägt sich der Deutschlandexport 2008 wieder überdurchschnittlich zu Buche. Die Deutschen kauften Agrarprodukte im Wert von 2,59 Mrd. Euro aus Österreich. Im Gegenzug importierte Österreich deutsche Waren im Wert von 3,32 Mrd. Euro. (Chart 10)

Käse: Die Hälfte des österreichischen Exportes geht nach Deutschland

Österreich-Deutschland leben seit vielen Jahren eine intensive "Käse-Freundschaft", die von gegenseitigen deutlichen Wachstumsraten gekennzeichnet ist. Deutschland importierte aus Österreich 38.500 Tonnen Käse im Wert von 180 Mio. Euro. Das macht ein weiteres Plus im Wert von 7%. Für Österreich bedeutet diese Zahl, dass fast die Hälfte (49%) des gesamten heimischen Käse-Exportes mittlerweile nach Deutschland geht. (Chart 11) Österreich importierte aus Deutschland im Gegenzug immerhin mehr als 55.000 Tonnen im Wert von rund 200 Mio. Euro. Ein bedeutender Unterschied besteht jedoch im Kilopreis. Die Deutschen berappen für österreichischen Käse rund 1 EURO mehr als umgekehrt. (Chart 12)

III. AUßENHANDEL: ÖSTERREICH NEUE EU-LÄNDER

20% Plus in neue EU-Länder, Ungarn überholt Slowenien und USA

Die neuen EU-Staaten kauften 2008 Waren im Wert von 1,3 Mrd. Euro aus Österreich. Das ist wertmäßig um fast 20% mehr als im Jahr davor. Die Entwicklung auf der anderen Seite ist mit plus 12% durchaus beachtlich, holt im Wert auf, bleibt aber in der Menge zurück. (Chart 13) Die deutlichste Entwicklung nahm 2008 der Export Österreichs nach Ungarn mit einem Plus von fast 30%. Damit hat dieser östliche Nachbar Slowenien als wichtigsten Exportpartner Österreichs aus den neuen EU-Staaten überholt und verdrängt die USA von Platz 3 auf 5 des Länderrankings. Aber auch die Exportentwicklung aus anderen Oststaaten kann sich wirklich sehen lassen. Rumänien beispielsweise importierte aus Österreich um 34% mehr, Polen um 24% und Tschechien um 19%. (Chart 14)

Österreichisches Obst als neuer Exportschlager im Osten

Die österreichischen Obstexporte in die neuen EU-Staaten sind 2008 nahezu "explodiert" und verzeichnen im Wert ein Plus von sage und schreibe 70%. Dadurch haben sich die Verhältnisse in diesem Segment regelrecht umgedreht und Österreich konnte erstmals deutlich mehr Obst in diese Staaten exportieren als umgekehrt. Einem Exportwert von 78 Mio. Euro steht ein Importwert von 64 Mio. Euro gegenüber. Erklärbar ist diese Entwicklung durch die hohen Ernteausfälle durch Frost und Trockenheit, die in vielen osteuropäischen Staaten zu verzeichnen waren. (Chart 15)

Fleisch bleibt wichtigstes Exportprodukt in den Osten

Mit 216 Mio. Exportwert ist und bleibt Fleisch das wichtigste Exportprodukt in die neuen EU-Staaten und kann damit 2008 auf ein Plus von 25% verweisen. Aber auch der Bereich Milch und Milchprodukte konnte deutlich zulegen. Ein Plus von 33% brachte 52 Mio. Euro in die Kassen. Aber auch die Entwicklung im Bereich Fleischzubereitungen kann sich sehen lassen. Wurst, Schinken und Speck aus Österreich schmecken den Osteuropäern von Jahr zu Jahr mehr. Das schlägt sich in einem Plus von 31% deutlich nieder. (Chart 16)

"Importseitig spürt man deutlich die gestiegenen Rohwarenpreise. Außerdem schlägt sich der starke Euro beim Export in Dollarländer nieder. Trotzdem – Krise hin oder her – entwickelte sich der Export aus Sicht Österreichs überaus erfreulich. Auch die Exportinitiative 1-24 scheint hier ihren Niederschlag zu finden. Die Beliebtheit österreichischer Produkte ist ungebrochen. Qualität und Innovationen erweisen sich auch in schwierigeren Zeiten als Erfolgsrezept", fasst DR. STEPHAN MIKINOVIC, GF der AMA Marketing, die Agrarergebnisse für 2008 anlässlich der Grünen Woche in Berlin zusammen.

Hohe Qualität, lange Tradition, natürliche Lebensmittel – und Charme

AMA Marketing erhebt Österreichs Image in Deutschland

Als typisch für Österreich sehen die Deutschen in erster Linie die intakte Natur und die schöne Landschaft. An Stelle zwei folgen alle Variationen an Süßigkeiten. Darüber hinaus wird Österreich mit all seinen Möglichkeiten als Urlaubsland besonders geschätzt. Österreichische Lebensmittel punkten besonders mit Tradition, der speziellen Produktionsweise und der hohen Qualität. Der Deutschen liebste österreichische Lebensmittel sind neben den Süßigkeiten vor allem Käse, Wein, Schinken und Speck. Das ergab eine Umfrage, die im Auftrag der AMA Marketing von panelbiz im Dezember 2008 unter mehr als 500 Deutschen durchgeführt wurde.

Typisch österreichisch: Natur, Essen, Freizeit, Kultur

62% der Deutschen denken an intakte Natur und schöne Landschaft, wenn sie Österreich hören. Gleich danach folgen alle erdenklichen Süßspeisen. An Stelle drei der Österreich-Assoziationen finden sich Sport und Freizeitgestaltung, wobei hier jeder Vierte an Wintersport denkt (80%) und ganz besonders "Urlaub machen". Kultur und Musik runden das Imagebild klar ab. Darunter versteht man beispielsweise Wiener Walzer, Fiaker, Spanische Hofreitschule, Jodeln, Opernball und den Wiener Prater.Besonderns populäre österreichische Persönlichkeiten sind Falco, Kaiser Franz Josef und Kaiserin Elisabeth (Sisi), Hans Moser, Mozart und Niki Lauda. Der typische Österreicher an sich ist für unsere deutschen Nachbarn charmant, gemütlich, nett, hat – besonders in Wien – einen ausgeprägten "Schmäh" und spricht Dialekt. Wien gilt als "typischste" österreichische Stadt. (Chart 1)

Österreichische Lebensmittel punkten mit Tradition, Produktionsweise, Qualität

Unsere deutschen Nachbarn schätzen an österreichischen Lebensmitteln und Speisen besonders die lange Tradition und die traditionellen Herstellungsverfahren. Fast gleich viele der Befragten (rund 92%) nennen gute Qualität als hervorragende Eigenschaft von österreichischen Lebensmitteln. Sympathie, kompetente Produktion und Seriosität wecken klar positive Assoziationen mit Österreich und seinen Lebensmitteln. Bei 90% der Deutschen kann dezidiert mit der Natürlichkeit der Produkte gepunktet werden. Außerdem wird österreichischen Lebensmitteln ein weltweit hohes Ansehen und Einzigartigkeit zugeschrieben. (Chart 2)

Deutsche lieben besonders österreichische Süßigkeiten, Käse und Wein

Ganz vorne in der Gaumenskala der beliebtesten österreichischen Lebensmittel und Gerichte steht für die Deutschen ganz klar alles, was süß ist. Angeführt wird die Hitparade vom Kaiserschmarrn, geht über allerlei Kuchen und Torten bis zu Salzburger Nockerln und Mozartkugeln, Germknödel und Linzertorte. Als Abrundung wird dazu gerne Schlagobers (Sahne) genommen. An zweiter Stelle nach allem Süßen gilt immerhin mit 92% Zustimmung österreichischer Käse als angesehenes Lebensmittel. Auch die aktuellen Exportzahlen spiegeln diese Umfrageangaben klar wider. Mittlerweile geht fast die Hälfte des österreichischen Käseexportes allein nach Deutschland. Der Exportwert wächst von Jahr zu Jahr deutlich. Aber auch der österreichische Wein hat sich seinen Platz ganz oben in der Gunst der Deutschen nachhaltig erarbeitet. Fast die gleiche Wertschätzung erfahren aber auch österreichischer Schinken und Speck, gefolgt von Milch, Wurstwaren, Butter und Joghurt. (Chart 3)

Ländervergleich: Österreich ist Qualitäts-Europameister

Für die Deutschen ist Österreich ganz klar Europameister, wenn es um den Qualitätsaspekt bei Lebensmitteln geht. Mehr als 40% der Deutschen bescheinigen den österreichischen Produkten höhere Qualität als etwa den französischen (34% Zustimmung), schweizerischen (32%), italienischen (29%) oder holländischen (22%).(Chart 4)

"Auch wenn wir Österreicher bei unseren deutschen Nachbarn laut Umfrage ganz klar mit Qualität, Tradition und Umweltaspekten punkten können, so liegt das innerste Geheimnis des Erfolges doch in dem Umstand, dass unsere Lebensmittel und Gerichte den Deutschen ganz einfach schmecken. Die Bodenständigkeit der Produkte äußert sich im Geschmack. Die intakte und saubere Natur, aus der die Lebensmittel stammen, macht Appetit auf mehr. Die ehrliche und schonende Zubereitung sorgt zudem für unvergesslichen Gaumenkitzel", fasst DR. STEPHAN MIKINOVIC, GF der AMA Marketing, bei der Pressekonferenz anlässlich der Grünen Woche in Berlin zusammen.

ama-marketing.at