„Portwein“ made in Südtirol


086_mg_0391_klSüdtirol hat seinen ersten sogenannten „Portwein“, den PIPA. Franz Gojer vom Glögglhof St. Magdalena in Bozen bringt einen Wein auf den Markt, den es bisher in unseren Breiten nicht gegeben hat. Der Rebensaft ist nämlich nach dem Portweinprinzip ausgebaut.

Mehr als zehn Jahre habe er experimentiert und am ‚PIPA’ gefeilt. „Nun gibt es bei uns offiziell den ersten Südtiroler Wein, der wie ein Portwein ausgebaut ist und auch so schmeckt. Wir dürfen ihn aber nicht als solchen bezeichnen, da der Begriff als Ursprungsbezeichnung vom Portweininstitut in Portugal geschützt wird.“ Daher heißt er schlicht und einfach „PIPA, vino liquoroso“. Dieser Name stammt von den 550 bis 630 Liter-Fässern mit kegelig zulaufenden Enden, in denen in Portugal Portwein gereift wird.

Foto v.l.: Florian Gojer und Franz Gojer vom Glögglhof in St. Magdalena/Bozen

Begonnen
hat alles mit einer Reise ins Douro-Tal anfangs der 90er Jahre und
einem Traum, den sich Franz Gojer nun erfüllt: Seinen ersten „Portwein“
aus den eigenen Trauben zu machen, aus denen er auch seinen Lagrein
keltert. „Für den PIPA verwenden wir deshalb Lagrein, weil er während
der Gärung eine tolle Kirschfrucht hervorbringt. Diese Frucht kann durch
das Zugeben von Weinbrand konserviert werden. Der Wein hat im Endeffekt
dann 19 Grad Alkohol und ungefähr 100 Gramm Restzucker.“ Das Ergebnis
ist nach sorgfältiger Mazeration in einem offenen Holzfass und acht
Monaten Lagerung in der Pipa ein kirschfruchtig, angenehm süßer
Dessertwein, passend zu allen möglichen Schokoladevariationen und
Desserts.

Schon seit 2000 steht ihm der Besitzer der portugiesischen Quinta do Tedo
als Berater und Freund mit Tipps und Tricks zur Seite. „Natürlich
wenden wir die Verarbeitungsmethoden der klassischen Portweine an. Unser
PIPA bleibt aber dennoch eine hauseigene Spezialität, weil er von
Lagrein gekeltert wird. Wir darauf achten, dass die Tannine und der
Zucker in einem harmonischen Verhältnis stehen und der Wein Freude beim
Trinken bereitet“, so Gojer.

portwein_klAuch
das Etikett ist „Eigenbau“, eine Karikatur von Männern, die allesamt
Freude am Wein haben. Gemalt wurde es von einem Schulfreund seines
Sohnes, Florian Gojer. Der ist es auch, der als nachrückende Generation
einen Teil des Weinbaus bereits übernommen hat und sich in Karneid auf
Weißweine konzentriert. Auf einem geschlossenen Hof mit 2,7 Hektar
werden Kerner und Sauvignon Blanc zu ihrer Perfektion verarbeitet. Ab
dem nächsten Jahr steht auch noch ein Weißburgunder auf dem Programm.

Somit
vervollständigt sich die Palette des Glögglhofs: Von St. Magdalena mit
Vernatsch- und Lagreinweinen über Karneid mit den Weißweinen bis hin zum
portweinähnlichen Produkt ist alles zu kriegen.


Vom PIPA XI gibt es 2000 Fläschchen zu je 500 ml, Kostenpunkt € 23.

Foto: „PIPA“ heißt der erste Portwein „made in Südtirol“