Südtirol und Pollenzo: Regionalität miteinander fördern


pollenzoGemeinsame Aktionen der Export Organisation Südtirol und der Universität der gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo sollen gebietstypische Erzeugnisse bekannt machen.

„Gut, sauber, fair“, so das Motto von Slow Food. Seit ihrer Gründung im Jahre 1986 in Italien tritt die Vereinigung der Standardisierung des Geschmacks entgegen. Dabei setzt sie sich für die Bedürfnisse der Konsumenten nach Information gleichermaßen ein wie für die Wahrung der kulturellen Identitäten, die aus den unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten und gastronomischen Traditionen hervorgegangen sind. Dasselbe Motto hat auch bei der Entstehung der Universität der gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo (UNISG) in der piemontesischen Provinz Cuneo mitgespielt. Hier, wo vielseitige Kenntnisse und zahllose Aktivitäten rund um das Thema der Ernährung zusammentreffen, wird den jungen Generationen über die Gastronomie ein gesundes Verhältnis zum Essen vermittelt.
Seit Jahren arbeitet die EOS – Export Organisation Südtirol der Handelskammer Bozen in verschiedenen Themenbereichen mit Slow Food zusammen. Messen wie beispielsweise der Salone del Gusto in Turin oder Informationsseminare in Pollenzo gehören genauso zum Programm wie Bildungsfahrten durch Südtirol, bei denen Wein und andere lokale Spezialitäten im Mittelpunkt stehen. In Südtirol sind für den Ahrntaler Graukäse, das Villnösser Brillenschaf und das Vinschger Ur-Paarl (Roggenbrot) sogenannte „Presidi“ von Slow Food anerkannt. Das sind Netzwerke, die sich für den Erhalt von bestimmten Lebensmitteln und Tierrassen einsetzen, die sonst vom Aussterben bedroht wären.

Die im Jahre 2004 gegründete Universität der gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo hat sich als dynamische Institution einen Namen gemacht, die Neuem offen gegenübersteht und großen Wert auf ihre internationale Ausrichtung legt. „Unsere Studenten kommen aus fast allen Ländern der Welt“, erklärt der Verantwortliche für externe Kommunikation Riccardo Sauvaigne. „Unsere Hochschule ist klein, weist aber eine beachtenswerte „Biodiversität“ auf: Die Begegnung verschiedenster Lebensstile und Erfahrungen eröffnet allen Beteiligten neue Chancen. Die Einzigartigkeit der Studiengänge und die originelle Lehrformel verbinden die Theorie mit der Praxis, die Wissenschaft mit dem handwerklichen und bäuerlichen Geschick. Durch Lehrfahrten wird die Beziehung zum Territorium, zu den Erzeugern und zur Kultur gefördert. Gerade in diesem Sinne hat die EOS im Februar 2013 in den Räumlichkeiten der Banca del Vino (Weinbank), der Genossenschaft für die Sicherung der historischen Quellen zum italienischen Wein, eine Verkostung Südtiroler Weine veranstaltet. Mit auf dem Programm stand auch ein Geschmacks-Workshop, in dessen Rahmen die vier Südtiroler Qualitätsprodukte mit dem EU-Gütesiegel vorgestellt wurden. Es sind dies der Südtiroler Speck g.g.A, der Südtiroler Apfel g.g.A., der Stilfser Käse g.U. und der Südtiroler Wein DOC.


Anlässlich des Genussfestivals in Bozen wird im Mai 2013 zudem eine sechstägige Studienreise nach Südtirol stattfinden. Die Studenten sollen dabei das Land und die typischen Erzeugnisse näher kennenlernen. „Wir bezeichnen uns als Geschmackserzieher und wollen als solche den bewussten Konsum lokaler und in ihrer Herkunft rückverfolgbarer Erzeugnisse fördern“, so Hansjörg Prast, Direktor der EOS. „Daneben setzen wir uns für eine nachhaltige und umweltfreundliche Landwirtschaft in einem mit den einzelnen Bauern eng verbundenen Mikrokosmos ein: Nur so kann höchste Qualität erzielt werden.


2014 sind weitere gemeinsame Projekte vorgesehen, so auch die „Tavole Accademiche“ (akademische Tafeln), bei denen ein Südtiroler Sternekoch zusammen mit den Studenten in Pollenzo kochen wird, oder die fünfzehnmonatigen „Corsi di Alto Apprendistato“ („hohe“ Praktikumslehrgänge) für Bäcker, Pizzabäcker und Braumeister. Weitere Informationen zu den Südtiroler Spezialitäten und zur Universität der gastronomischen Wissenschaften finden Sie online unter www.suedtirolerspezialitäten.com und www.unisg.it.

Quelle Bild Universität: EOS/Pollenzo