Weinbauern gegen 0,2-Promille-Regelung – Falscher Ansatz


glasIn Südtirol wird guter Wein angebaut und es darf auch ruhig guter Wein getrunken werden! Ob es aber für die Weinwirtschaft klug ist, sich gegen eine Senkung der Promillesätze auszusprechen, muss bezweifelt werden:
Wie viele Autounfälle führen bald wöchentlich zu Toten, zu Schwerverletzten, zu Familientragödien, Waisenkindern und anderen schrecklichen Situationen mehr! Alkohol und hohe Geschwindigkeit sind nun einmal dafür verantwortlich.

Der Ansatz muss anders lauten:
Ja zu unserer Weinkultur und Nein zu alkoholisiertem Autofahren! Wein wird gerne in den Abendstunden, nach der Arbeit oder zum Abendessen genossen. Nur – wie kommen die Südtiroler dann nach hause? Es fehlen – vor allem im ländlichen Raum – öffentliche Verkehrsmittel, die einen auch nach 19 oder 20 Uhr sicher nach hause bringen.


Meine Forderung, als Weinbauer und als Grüner Unternehmer, ist daher nicht, die Absenkung der Promillegrenzen zu verhindern; die Forderung ist, Zug- und vor allem Busverbindungen bis in die Abendstunden auszudehnen.

Es braucht nicht nur den Nightliner auf der Vinschgaubahn, es braucht auch Busse, die stündlich bis 23 oder 24 Uhr die Umlandgemeinden der Ballungszentren abfahren, durchaus in größeren Schleifen, als ihre Regelfahrtstrecken. So können mit einem Bus auch mehrere Dörfer bedient werden.

Nordtirol macht es uns diesbezüglich vor: Von Innsbruck aus kann bis in die späten Abendstunden jedes Dorf per Bus erreicht werden.
Erst dann kann wirklich auf das Auto komplett verzichtet werden, wenn einmal auswärts eines der schönsten Kulturgüter unseres Landes Südtirol genossen wird!

Sigmund Kripp GRÜNE WIRTSCHAFT SÜDTIROL