Wettbewerbsfaktor regionale Qualitätsprodukte


ebner_berger_tiefenthaler_meisterDer allgemeine Trend der Konsumenten und Urlauber geht hin zu regionalen Qualitätsprodukten. Diese sind auch für Südtirol ein wesentlicher Image- und Wettbewerbsfaktor, welcher noch verstärkt genutzt werden kann, wie aus einer repräsentativen Erhebung des WIFO – Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen bei Südtirols Gastwirten hervorgeht. „Dafür braucht es aber die Zusammenarbeit aller Wirtschaftsbereiche“, ist Handelskammerpräsident Michl Ebner überzeugt, welcher alle wichtigen Multiplikatoren zu einer ersten Arbeitssitzung eingeladen hat, um aufbauend auf den wissenschaftlichen Ergebnissen konkrete Umsetzungsmaßnahmen zu erarbeiten.

    Die vor
    Kurzem vom WIFO – Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer
    Bozen vorgestellte Studie „Südtiroler Produkte mit kontrolliertem
    Qualitäts- oder Herkunftszeichen in der Südtiroler Gastronomie“
    hat ergeben, dass Südtirols Gastwirte ein sehr hohes Qualitätsbewusstsein
    bei den verwendeten Lebensmitteln haben und heute schon stark auf die
    Südtiroler Qualitätsprodukte mit kontrolliertem Qualitätszeichen-
    oder Herkunftszeichen zurückgreifen (50% häufig, 40% manchmal). Aber
    es besteht noch großes Potential für den vermehrten Einsatz dieser
    Produkte. Dazu braucht es weiterhin viel Sensibilisierungs- und Kommunikationsarbeit.

    Landesrat
    Hans Berger ist überzeugt vom Mehrwert, den der Einsatz regionaler
    Qualitätsprodukte für einen Gastbetrieb bringt. Allerdings muss dieser
    Mehrwert dem Gast auch systematisch und professionell kommuniziert werden;
    ein potentieller Gast muss bereits aus dem Katalog bzw. im Internet
    verstehen, dass ein Gastbetrieb regionale Qualitätsprodukte verwendet.


    HGV-Präsident
    Walter Meister berichtet von ersten Initiativen im Hoteliers- und Gastwirteverband
    in diese Richtung, nämlich Gasthäuser, die auf lokale Produkte setzen,
    für den Kunden entsprechend sichtbar zu machen. Schwierig, aber umso
    wichtiger ist dabei immer, dass die versprochene Qualität auch garantiert
    d.h. kontrolliert wird. HGV-Präsident Walter Meister sieht in der Überzeugungsarbeit
    der Gastwirte eine besondere Herausforderung, gerade in jenen Betrieben,
    welche auf niedrige Preise setzen und damit auch im Wareneinsatz tendenziell
    auf die günstigsten Produkte zurückgreifen.

    Die Studie
    des WIFO hatte auch ergeben, dass Gastwirte oft wegen der mangelnden
    saisonalen oder geografischen Verfügbarkeit auf einen vermehrten Einsatz
    regionaler Qualitätsprodukte verzichten müssen. „Hier gibt es zum
    einen noch Lücken im Angebot zu schließen, beispielsweise beim Südtiroler
    Fleisch“, meint Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler, „zum anderen
    müsse in Zusammenarbeit mit den Lieferanten an das Gastgewerbe die
    Verteilung der Produkte optimiert werden“.
     
     

    Für das
    nächste Treffen wird die Arbeitsgruppe bereits eine Liste mit konkreten
    Maßnahmen erarbeiten. Konsens besteht auch darüber, dass zukünftig
    auch der Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol (hds) in der
    Arbeitsgruppe dabei sein soll, zumal der Handel ein weiterer wichtiger
    Mittler ist, Südtirols Produkte mit kontrolliertem Qualitäts- oder
    Herkunftszeichen an den Urlauber/Konsumenten zu bringen.

    Informationen
    erteilt das WIFO – Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer
    Bozen, Ansprechpartner Oswald Lechner, Tel 0471 945 708, E-Mail: lechner@handelskammer.bz.it.

Foto:
Wollen gemeinsam die Verwendung regionaler Qualitätsprodukte weiter
forcieren (v.l.n.r): Handelskammerpräsident Michl Ebner, Landesrat
Hans Berger, Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler und HGV-Präsident Walter
Meister