Zukunft für den Weinbau: Landesrat Schuler in Unterfranken


LR Schuler mit Direktor Kolesch Martin Pazeller Gregorio Rigotti und Ministerialrat Anton Huebl - ganz r. - bei der Besichtigung der weinbaulichen Forschungsflaechen - Foto LPAWie sieht die Zukunft des Weinbaus angesichts von Klimawandel und veränderter Umweltbedingungen aus? Diese Frage stand jüngst im Mittelpunkt eines Besuchs von Südtirols Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler im bayrischen Weinbaubezirk Unterfranken. Landesrat Schuler besichtigte dabei unter anderem die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau.


Das Weinbaugebiet Franken umfasst über 6000 Hektar Anbaufläche. Der größte Teil der Rebflächen befindet sich im Bezirk Unterfranken. Von den etwa 6000 Weinbauern vermarkten zwei Drittel ihre Weine direkt, der Rest ist genossenschaftlich organisiert. “Von der Größenordnung kann ein Vergleich durchwegs vorgenommen werden: In Südtirol haben wir 5300 Hektar Anbaufläche und zählen knapp 4000 Weinbauern”, so Landesrat Schuler, der aber auf die Unterschiede in der Vermarktung hinweist: “Drei Viertel unserer Weinbauern sind Genossenschaftsmitglieder, rund 700 beliefern andere Weingüter und nur etwa hundert sind Direktvermarkter.” 

 

In Franken wollte Landesrat Schuler vor allem Einblick in die weinbauliche Forschung gewinnen wollte. Dazu besuchte er die Bayerische Landesanstalt für Wein und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Es handelt sich dabei um eine dem Staatsministerium für Ernähung, Landwirtschaft und Forsten unterstellte Einrichtung, die – ähnlich der Laimburg – sowohl ausbildet, als auch berät und forscht. 

Gerade dem Bereich Forschung galt das besondere Interesse des Südtiroler Landesrats, der bei seinem Besuch vom Leiter der Abteilung Weinbau und LWG-Vizepräsident, Hermann Kolesch, durch die Einrichtung begleitet wurde. Die LWG gliedert sich in die vier Abteilungen Weinbau, Landespflege, Gartenbau und Recht und Service sowie die drei Fachzentren Bildung, Analytik und Bienen. An der Meister- und Technikerschule bildet sie rund 150 Studierende zum Wirtschafter (ein Jahr) oder Techniker (zwei Jahre) in den Fachrichtungen Weinbau und Önologie, Gartenbau sowie Garten- und Landschaftsbau aus. Ein Schwerpunkt der LWG ist die anwendungsorientierte Forschung in allen Fachbereichen.

Im Bereich des Weinbaus verfügt sie über rund 20 Hektar Anbaufläche, auf denen verschiedene Feldversuche durchgeführt werden. Dabei stehen der Klimawandel und die veränderten Umweltbedingungen ganz oben auf der Forschungsliste. Ein wichtiges Thema ist auch das effiziente Wasser- und Beregnungsmanagement und daran angepasst die Selektion von neuen Rebklonen. Am Thüngersheimer Scharlachberg konnte sich Landesrat Schuler auf den anstaltseigenen Versuchsanlagen ein Bild der Forschungsarbeit machen.  „Wir wollen in Zukunft vermehrt auch auf wissenschaftlicher Ebene zusammenarbeiten”, betonte Landesrat Schuler nach seinem Besuch in Unterfranken, „dabei sollen Synergien zwischen den Forschungseinrichtungen beider Länder geschaffen werden.”

Im Rahmen der Studienfahrt nach Franken besuchte Landesrat Schuler zudem verschiedene Weingüter. Mit dabei waren auch der Leiter der Abteilung Landwirtschaft der Südtiroler Landesverwaltung, Martin Pazeller, sowie dessen Trentiner Amtskollege Gregorio Rigotti.